29. November 2018

Wie die graue Lucie grün wurde

Während es draußen richtig schön kalt und endlich auch nass wird, haben wir eine warme Sommererinnerung für euch. Schön, oder, diese grüne Lucie?





5 Jahre lang haben wir uns dafür eingesetzt die graue Lucie zu einem schönen Ort für alle zu machen - und es hat tasächlich geklappt! Dank sehr viel ehrenamtlicher Arbeit, Schweiß und Geduld ist die Lucie ein wunderschöner Sommertraum geworden. Es wachsen neben Blumen und Gemüse auch eine lebendige Nachbarschaft, die die Gestaltung der Stadt selbst in die Hand nimmt!

Damit alles so gut weitergeht, brauchen wir deine Unterstützung! Für die Pflege des öffentlichen Platzes benötigt unser kleiner Verein KulturPflanzen ca 500 Euro/ Monat (für Wasser, Strom, Toilette, Versicherung u.a.). Bitte hilf mit deiner Spende, die grüne Lucie zu erhalten!

Online Spenden kannst du ganz einfach hier: https://www.betterplace.org/de/projects/58089/donations/new#eft

Kontoinhaber: KulturPflanzen e.V.
IBAN: DE61 4306 0967 2047 9258 00 bei der GLS Gemeinschaftsbank.
Verwendungszweck: Spende an die Lucie

Spenden an die Lucie sind steuerlich absetzbar. Eine Spendenbescheinigung erhälst du im Februar des Folgejahres.

1. November 2018

Lucie als Spielfläche für die Weser Höfe?

Liebe alle,

viele wissen es schon aus der Zeitung: Die Lucie bekommt bald neue Nachbar_innen. In dem 8-geschossigen Neubau-Projekt "Weser Höfe" des Immobilienentwicklers Justus Grosse GmbH sind derzeit ca. 300 Wohneinheiten für ca. 420 Bewohner_innen geplant. Das verdoppelt fast die Einwohnerzahl in der unmitelbaren Nachbarschaft der Lucie. Bei einem so großen Neubau-Projekt ist es natürlich auch nötig und gesetzlich vorgeschrieben, ausreichend Frei- und Spielräume für die neuen Bewohner_innen zu schaffen. Zudem muss ab 20 Wohneinheiten mindestens 25% sozialer Wohnungsbau geschaffen werden - eine Auflage, die bei den Neubauten in der Häschenstraße mit jeweils maximal 19 Wohneinheiten geschickt umgangen worden ist. Jedoch braucht Bremen dringend bezahlbaren Wohnraum, denn sozialen Wohnungsbau hat es seit den 80er Jahren quasi nicht gegeben. Wir alle merken das an den steigenden Mieten.

Beide Vorgaben - ausreichend Spielflächen und der soziale Wohnungsbau werden in der bisherigen Planung der Weser Höfe erst schwammig oder gar nicht berücksichtigt. Während der soziale Wohnungsbau zur Zeit nur das lukrative studentisches Wohnen umfasst, sollen die nötigen Spielflächen gar nicht auf dem Baugrundstück realisiert werden, sondern auf die Lucie ausgelagert werden. Uns wundert das: Wie kann eine bereits bestehende Freifläche für die bisherigen Neustädter_innen als Neuschaffung für die zahlreichen neuen Bewohner_innen der Weser Höfe gewertet werden? Und wie genau kann der Immobilienriese Justus Grosse auf die Lucie zugreifen, wo wir doch gerade erst eine Nutzungsvereinbarung unterschrieben, den Platz entsiegelt, und nach 5 Jahren kämpfen einen echten Garten für alle erwirkt haben? Vor allem, wieso konnte es bei einem kompetenten Unternehmen wie der Justus Grosse GmbH überhaupt dazu kommen, dass Spielflächen nicht ausreichend berücksichtigt wurden - die Gesetzeslage ist ja nicht neu.

Nun gibt es die Gelegenheit, unsere Fragen zu stellen: Kommenden Dienstag, den 6. November findet um 19 Uhr eine Einwohnerversammlung in der Mensa der Oberschule am Leibnitzplatz statt.

Wir hoffen, viele von euch dort zu treffen und gemeinsam von der Politik, der Behörde und der Justus Grosse GmbH schlüssige Antworten auf unsere Fragen zu erhalten!

Hier die Einladung:



Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 2504 „Weser Höfe“
Einladung zur Einwohnerversammlung am 06. November 2018, 19.00 Uhr



Sehr geehrte Damen und Herren,
die Stadtgemeinde Bremen beabsichtigt, für den Bereich zwischen Langemarckstraße, Grünenstraße, Häschenstraße und Am Deich (ehemaliges Mondelez-Gelände) den Bebauungsplan 2504
als planungsrechtliche Grundlage zur Entwicklung eines innerstädtischen, nutzungsgemischten  Quartiers aufzustellen.
Das Ortsamt Neustadt/Woltmershausen lädt Sie hiermit im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung
der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 Baugesetzbuch herzlich ein zu einer öffentlichen Einwohnerversammlung
am
Dienstag, den 06. November 2018, 19.00 Uhr,
Mensa der Oberschule am Leibnizplatz, Schulstraße 24, 28199 Bremen

In dieser Einwohnerversammlung werden die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung sowie
die voraussichtlichen Auswirkungen dargelegt. Dabei haben interessierte Bürgerinnen und Bürger
Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung.


Mit freundlichen Grüßen
Annemarie Czichon

18. Oktober 2018

Herbstfest 2018

Das erste Erntefest auf der neuen Lucie, mit einer Ernte, die sich sehen lassen kann! Wir haben gemeinsam geschnibbelt, gekocht und gegessen, später noch Stockbrot gebacken und eine Feuershow genossen. Nebenbei wurde auch noch weiter gegärntert und einige Winterkulturen ausgepflanzt. Ganz entspannt lassen wir das Gartenjahr allmählich ausklingen...

Die Winterquartiere sind vorbereitet

Noch etwas Mangold für die Suppe

Der Garten hat viel zu bieten. Was soll noch geerntet werden?

Blumenkohl, süß

Ein paar Reihen Feldsalat werden gepflanzt

Einige machen Pause...

... während andere die Suppe vorbereiten

Hier wird gekocht


Die Feuershow des Cirque du rongeur

Die Feuershow des Cirque du rongeur

Die Feuershow des Cirque du rongeur

Stockbrot backen über der Glut


30. September 2018

[Bilder] Flohmarkt am 30.09.

Heute war ein wunderschöner Herbsttag und soo viele Menschen sind zum Flohmarkt gekommen, sooo viele leckere Kuchenspenden wurden im Garten Café agegeben und sooo viele Tassen Kaffee ausgeschenkt... Auch die Soli-Aktion für den Widerstand gegen die Rodung des Hambacher Waldes wurde von vielen Händen unterstützt. Nun hängen zahlreiche bunte Baumhäuser auf der Lucie und erinnern ihre großen Geschwister. Nach dem Flohmarkt wurde noch Apfelsaft gepresst, die erste Aktion im Kinder-Herbstferienprogramm.
Ein langer Lucie-Tag, der viel Spaß gemacht hat! Wir freuen uns schon auf die nächste Flohmarktsaison auf der neuen Lucie. Dieses Jahr folgt noch das Herbstfest am 14.10. von 16-19 Uhr, nicht verpassen!







28. September 2018

Flohmarkt am 30.09. wird auch Hambi-Soli-Tag

Das Schöne mit dem Nützlichen verbinden:

Sonntag ist dezentraler Aktionstag für den Kohleausstieg und für den Erhalt des Hambacher Waldes: https://www.ende-gelaende.org/de/news/aufruf-zum-dezentralen-aktionstag-am-30-9-2018-hambi-bleibt-kohleausstieg-jetzt/

Wir Lucies schließen uns an und vereinen den Lucie Flohmarkt am 30.09. mit einem Hambi-Soli-Tag. Kommt vorbei und malt mit uns Banner, bastelt Miniatur-Baumhäuser, die wir auf der Lucie in einen der Amberbäume hängen, tauscht euch aus und informiert euch, wie ihr auch in Bremen für den Kohleausstieg aktiv werden könnt.

Bringt gerne (Sprüh-)Farben, Bannerstoff, Tetrapaks, Vogel(futter)häuschen, Infomaterial, Kuchen oder andere Verpflegung mit. Wir können auch Materialspenden annehmen, die am 6.10. mit nach Buir genommen werden (informiert euch bitte vorher, was vor Ort gebraucht wird).

Wir sind von 11-15 Uhr vor Ort.


20. September 2018

Streetworker kümmert sich um Trinkerszene

Kopiert vom Weser Kurier. Zum original Artikel geht es hier.
 

Streetworker kümmert sich um Trinkerszene
Einsatz auf Lucie-Flechtmann-Platz

von Karin Mörtel 17.09.2018

Ein Streetworker soll versuchen, dass Stadtgärtner, Anwohner und Trinkerszene auf dem Lucie-Flechtmann-Platz gut miteinander auskommen können.
Arbeitsplatz Lucie-Flechtmann-Platz: Streetworker Christian Claus. (Gerbracht)
Arbeitsplatz Lucie-Flechtmann-Platz: Streetworker Christian Claus. (Gerbracht)

Ab sofort arbeitet Christian Claus auf dem Lucie-Flechtmann-Platz. Jedoch nicht als Stadtgärtner wie die Aktiven des Vereins „Kulturpflanzen“, die dort seit der Umgestaltung in diesem Sommer in Muttererde anstatt in provisorischen Hochbeeten säen und ernten. Claus ist beim Verein für Innere Mission als Streetworker angestellt.

Er soll das kommende Jahr dazu nutzen, sich um die Trinkerszene auf dem Platz zu kümmern, mit der es in der Vergangenheit immer wieder Konflikte gab.

An diesem sonnigen Vormittag im Spätherbst ist es ruhig auf dem Lucie-Flechtmann-Platz. Ein paar Männer sitzen mit Bierflaschen auf den Treppenstufen zur Westerstraße. Eine Frau schlendert zwischen den neu angelegten Beeten der Stadtgärtner umher und begutachtet Gemüse und Blumen, die darin wachsen. Nur der Straßenlärm ist gewöhnungsbedürftig – und wird es wohl bleiben.

„Zur Zeit läuft es gut auf dem Platz“, sagt Vereinsmitglied Uta Bohls auf Nachfrage. Seit ein Großteil der Betonpflastersteine entfernt wurde und „Lucie“ ihr neues Gesicht bekam, habe es keine nennenswerten Konflikte mehr mit Trinkern gegeben. Ausufernde Saufgelage, Müll und Urin auf dem Platz sowie Pöbeleien gegen Gärtner und Passanten wie sie besonders im Sommer 2016 – wie berichtet – auf „Lucie“ häufiger geschehen sind, seien derzeit kein Thema, berichtet Bohls. „Das ist angenehm“, fügt sie hinzu.

Dazu beigetragen hat vermutlich auch, dass ein benachbarter Discounter für mehrere Wochen geschlossen hatte, wo nun aber wieder Menschen, die günstigen Alkohol suchen, in den Regalen fündig werden. „Stammgäste“ nennen die Stadtgärtner die meist männlichen Alkoholkranken und meinen das nicht abfällig. Sie erkennen mit der Bezeichnung an, dass es die Szene schon vor der Initiative auf dem Platz gab. „Es war nie unser Ziel, diese Menschen zu vertreiben, aber wir brauchen Regeln für ein besseres Miteinander“, sagt Bohls. Denn spätestens wenn die neuen Sitzbänke wieder aufgestellt werden, ist anzunehmen, dass die Trinkerszene wieder auf den Platz zurückkehrt, befürchten die Stadtgärtner. „Das kann ich fast garantieren“, sagt dazu Berthold Reetz von der Inneren Mission.

Deeskalation statt Vertreibung

Die Hoffnung im Stadtteil ist daher, dass ein verlässlicher Ansprechpartner deeskalierend eingreifen kann, bevor die Hunde der Szenemitglieder durch die Beete jagen und die Trinker wieder an die Container des Vereins der Stadtgärtner pinkeln. „Noch hat die Szene nicht wieder den ganzen Platz eingenommen, vielleicht können wir uns auf einen festen Ort einigen, wo die Stammgäste sitzen können“, meint Bohls.

Für die Neustädter Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon ist es wichtig, dass der Streetworker neben dem Lucie-Flechtmann-Platz auch die Große Johannisstraße mit in den Blick nimmt. Dort am Rande der Hochschule gibt es auch einen Szenetreffpunkt, der mal mehr und mal weniger Probleme in der Nachbarschaft erzeugt. Der Beirat ist 2017 bereits in Vorleistung gegangen und hat mit Globalmitteln Honorarstunden für eine Streetworkerin bezahlt, die mit diesem Personenkreis an beiden Orten ein halbes Jahr lang Kontakt hatte. Als langfristige Lösung hatte die junge Frau damals einen betreuten Unterstand für die Trinker auf dem Platz vorgeschlagen. Ohne professionellen Ansprechpartner für die Suchtkranken ist diese Idee vorerst nicht umsetzbar – darin waren sich Stadtteilpolitiker, Polizei und Stadtgärtner bislang einig.

Und auch mit dem Arbeitsantritt von Christian Claus sei keineswegs festgelegt, dass ein Unterstand gebaut werde, sagt Reetz. „Erst einmal muss der Streetworker Kontakt zu den Menschen bekommen und Vertrauen aufbauen“, so Reetz, der den Bereich Wohnungslosenhilfe der Inneren Mission leitet. Erst in einem zweiten Schritt ginge es darum, gemeinsam mit den Gärtnern und den Suchtkranken über Lösungsmöglichkeiten zu sprechen, um ein besseres Miteinander hinzubekommen.

Das könnten Sitzgelegenheiten an einem festgelegten Ort, der Wechsel zu einem anderen Treffpunkt oder etwas ganz anderes sein. „Mir imponiert jedenfalls, dass die „Lucie“-Leute von Anfang an gesagt haben, dass sie das Problem gemeinsam lösen wollen und es nicht um Vertreibung geht“, lobt Reetz.

20.000 Euro für ein Jahr hat die Innere Mission von der Wirtschaftsbehörde aus dem Programm „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ (LOS) für eine halbe Stelle des Streetworkers erhalten. Aus der Sozialbehörde heißt es, man werde den fehlenden Restbetrag übernehmen. Weil es sich auch aus Sicht von Senatorin Anja Stahmann (Grüne) um ein Projekt handele, „das das Zusammenleben im Stadtteil fördert und für das es bereits einen ermutigenden Vorlauf gegeben hat.“

10. September 2018

Herbst-Termine

Wir melden uns heute mit einigen Veranstaltungstipps in und um Bremen. Das Treiben auf der neuen Lucie wird allmählich herbstlich, und wie in den vergangenen Jahren wird es wieder ein Draußen-Kino (15.09.), einen Sonntags-Flohmarkt (30.09.) und auch ein Herbstfest geben. Schaut mal in unseren Kalender!

Auch gibt es dieses Jahr dank unserer Umweltpädagogin Nicole ein tolles Programm für Kinder in den Herbstferien. Für die Termine solltet ihr euch anmelden. Genaueres dazu findet ihr auf der neuen Blog-Rubrik "Kids&Co".

Kennt ihr schon die Aktionstage Ökolandbau? Seit vielen Jahren organsiert der Verein Sozialökologie vielseitige Veranstaltungen und Exkursionen rund um das Thema Landwirtschaft - dieses Jahr unter dem Oberthema "Ernährungswende". Wir finden das besonders spannend und sind selbst mit einem veganen Kochkurs beim Deutschen Hausfrauenbund, unseren Nachbarinnen in der Westerstraße, dabei. Das ganze Programm finet ihr hier: Aktionstage Ökolandbau

Zu guter Letzt noch ein Hinweis für die Theoretiker/innen unter euch: Am 27.09. findet in in Osnabrück die Tagung "Perspektiven auf die urbane Agrikultur" statt, bei der wir Lucies auf ein Podium zur Diskussion eingeladen wuden.