21. Februar 2017

Spannender Vortrag: Samstag 15 Uhr im Kukoon (im Rahmen unserer Saatgut-Tauschbörse)

Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen

Wo bildet eigentlich ein Radieschen seine Samen aus? Und wie gewinnt man Saatgut von Mangold? Kaum jemand weiß das heute noch, und über lange Zeit wurde kaum über Saatgut gesprochen. Letzeres hat sich in den vergangenen Monaten mit der Neuigkeit geändert, dass Bayer Monsanto aufkaufen möchte. Nun wird heiß diskutiert, was ein solcher Zusammenschluss bedeuten könnte – schließlich wäre Bayer damit der weltgrößte Konzern sowohl für Agrarchemie als auch für Saatgut.
In welchem Kontext stehen diese Entwicklungen? Wie sind wir überhaupt in eine solche Situation gekommen? Was bedeutet es, dass in den letzten 100 Jahren weltweit etwa 75% der Vielfalt unserer Kulturpflanzen verlorengegangen sind und dass Bäuer*innen zunehmen die Möglichkeit genommen wird, über ihr Saatgut selbst zu bestimmen? In dem Vortrag wird ein grober Überblick über die Entwicklungen der vergangenen 100 Jahre gegeben und diskutiert, wie wir das Sagen über unsere Saat wiedergewinnen können. Hierbei soll deutlich werden, warum es eigentlich so wichtig ist, vielfältige, samenfeste und am besten sogar nicht zugelassene Sorten zu verwenden und ein wenig Saatgut selbst zu vermehren.
Fragen zum praktischen Samengärtnern werden bei diesem Vortrag nicht im Fokus stehen, können aber bei Bedarf andiskutiert werden.

Referentin: Anja Banzhaf beschäftigt sich seit einigen Jahren mit landwirtschaftlichen Themen und insbesondere mit Saatgut. Im Februar 2016 ist ihr Buch „Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen“ erschienen, für welches sie Gespräche mit Samen- und Gemeinschaftsgärtner*innen, Züchter*innen, Aktivist*innen und Bäuer*innen aus verschiedenen Ländern geführt hat. Aktuell arbeitet sie als freie Autorin und Referentin und gärtnert in einem kleinen Samengarten, der an eine Solidarische Landwirtschaft angekoppelt ist.

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